Terra Incognita
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„Letzte Diktatur Europas”, „realsozialistisches Museum” oder gar „unbekannte Mitte Europas“? Die Zuschreibungen zu Belarus sind hierzulande weder besonders vielfältig, noch fallen sie übermäßig wohlwollend aus. Den wenigsten ist heute noch bewusst, dass jenes Land im Osten auch für die deutsche Geschichte nicht ganz unerheblich ist. So wurde in der am Fluss Bug gelegenen Stadt Brest 1918 der deutsch-russische Frieden geschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges war das Gebiet dann jahrelang sowohl ein wichtiger Schauplatz der Kriegshandlungen als auch der Ermordung jüdischer Einwohner
Umso wichtiger sind Angebote, die uns differenzierte Zugänge zur belarussischen Gesellschaft ermöglichen. Dazu gehört ganz sicher die Ausstellung „Focus on Belarus – Terra Incognita” des belarussischen Fotografen Andrej Ljankewitsch, die noch bis zum 1. März 2009 in der ACUD Galerie in Berlin zu sehen ist. Andrej versteht sich als Chronist des langsamen und kaum sichtbaren gesellschaftlichen Veränderungsprozesses in Belarus. Seine Bildkompositionen sind weder kämpferisch anklagend noch sozialromantisch verklärt. Er versucht dem Betrachter mit Hilfe seiner Photographien den Blick auf eine interpretationsoffene und überraschende Auseinandersetzung mit seinem Heimatland zu eröffnen.
Die Ausstellung kontrastiert nicht nur Bilder von in weiß-rot-weiß gewandeten, regimekritisch gesinnten Jugendlichen mit einer Demonstrantin, die auch beinahe zwanzig Jahre nach dem Untergang der UdSSR noch deren Flagge über den Oktoberplatz trägt. Neben herzerfrischend skurrilen Aufnahmen - so etwa die „Verhaftung des Weihnachtsmannes” durch Grenztruppen - ist es sein zärtlicher Blick auf den Alltag und die Traditionen der ländlichen Bevölkerung, die für mich den unnachahmlichen Reiz der Ausstellung ausmachen.
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… Bildergalerie der Vernissage und der KULTurtage.
… Projektwebseite (mit Veranstaltungsinformationen und Presseberichten).