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	<title>Rufe aus der Jetztzeit.</title>
	<link>http://www.gert.roehrborn.info</link>
	<description>Willkommen auf der Zeitachse von Gert Röhrborn</description>
	<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:19:28 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Dissidenten als geistige Schrittmacher</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 08:56:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Dissidentisches</category>
	<category>Publikationen</category><category>Allgemeines</category><category>Dissidentisches</category><category>Publikationen</category>
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		<description><![CDATA[Transformatorische Politik hinter der Mauer
„Nichts gibt es mehr, um es in die Waagschale zu werfen. Keine M&#252;nze kann etwas entscheiden. Ortlos in sich selber.  Im Niemandsland ohne Grenzstreifen. Nur diese Bewegung hinein in ihre gr&#252;nblauen Augen wird f&#252;r ihn zur&#252;ckbleiben. Das Eintauchen. Dieser fl&#252;chtige Moment einer Ber&#252;hrung mit sich selbst. Die Nachhaltigkeit gesp&#252;rt zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Transformatorische Politik hinter der Mauer</p>
<p>„<em>Nichts gibt es mehr, um es in die Waagschale zu werfen. Keine M&#252;nze kann etwas entscheiden. Ortlos in sich selber.  Im Niemandsland ohne Grenzstreifen. Nur diese Bewegung hinein in ihre gr&#252;nblauen Augen wird f&#252;r ihn zur&#252;ckbleiben. Das Eintauchen. Dieser fl&#252;chtige Moment einer Ber&#252;hrung mit sich selbst. Die Nachhaltigkeit gesp&#252;rt zu haben</em>“ (Schleime 2008: 90).</p>
<p>DDR-B&#252;rgerrechtlern scheint die Angst vor einem zweiten Verlust umzutreiben: die Angst vor der nachwirkenden Zersetzung ihrer Pers&#246;nlichkeit durch das Verschwimmen der Erinnerung an die DDR. Dies hat auch mit einem schwerwiegenden Vers&#228;umnis der letzten 20 Jahre zu tun. Unter R&#252;ckendeckung des medialen und wissenschaftlichen Trommelfeuers ist der Bev&#246;lkerung nicht glaubhaft gemacht worden, dass in der Erinnerung jeder nur f&#252;r sich selber sprechen kann; dass die B&#252;rgerrechtler ihr Leid ausdr&#252;cken und als Menschen sprechen wollen, nicht etwa als Repr&#228;sentanten eines Volkes. Wann werden wir endlich lernen, einander mit offenen Herzen zuzuh&#246;ren?</p>
<p><a id="more-42"></a></p>
<p>„<em>All this is just to make the point that political theory must not turn into kitsch, by telling comforting (or disquieting) stories about the past. But it should provide the concepts, the languages, to allow citizens to rethink what they perhaps should have in common</em>“ (M&#252;ller 2007: 8 ).</p>
<p>Es geht mir in erster Linie um eine politische Sinneserweiterung mit wissenschaftlichen Mitteln. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass uns die Betrachtung der Geschichte der DDR f&#252;r das Handeln in der Gegenwart ein Vielfaches an Einsichten beschert, als die Bearbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit &#252;berhaupt noch vermitteln kann. Die neben den unbestreitbaren Modernisierungsgewinnen immer deutlicher werdenden sozialen Verluste seit dem Zusammenbruch des bipolaren Weltsystems haben in Deutschland erneut Konflikte zum Ausbruch gebracht, die ich hier kurz mit den Stichworten „Deutschland, ein Einwanderungsland“ und „neue soziale Gerechtigkeit“ im Prozess der Flexibilisierung der Arbeitswelt benennen will.</p>
<p>Die Gefahren liegen wohl kaum in der Weiterentwicklung – und nicht: im Zusammenbruch, wie im Feuilleton aufgeregt konstatiert – des bisherigen Vier-Parteien-Systems. Bedenklich ist vielmehr die zunehmende Vergiftung der liberalen politischen Kultur von innen heraus, durch sachlich nicht gerechtfertigte Sicherheitsgesetze, antiislamische Kampagnen sowie populistische Strategien der W&#228;hlerbindung (vgl. St&#246;ss 2007).</p>
<p>„Anders als etwa Vergeltung […] hat Pr&#228;vention keine eingebaute Bremse“ (Hassemer 2008: 6). „Nach 1989“ ist eine „neue Epoche der Unvers&#246;hnlichkeit“ (Dubiel 1997: 425) angebrochen, in der strategisch zu l&#246;sende Verteilungskonflikte zunehmend von der Selbstbehauptung dienenden Identit&#228;tskonflikten &#252;berlagert werden. Entscheidend f&#252;r zuk&#252;nftige Gegenstrategien der Repolitisierung ist die Schwerpunktsetzung. Politik muss wieder ihrem Charakter als Instrument der Konzeptionalisierung, Schaffung und Ausf&#252;llung von „M&#246;glichkeitsr&#228;umen“ (vgl. Berking 2006) gerecht werden.</p>
<p>Dabei ist es aber wenig hilfreich, den Exponenten marktradikaler Modernisierung und ihrem schon beinahe popkulturellen Credo „There Is No Alternative“ quasi-verschw&#246;rungstheoretisch die absichtsvolle Infusion rassistischer Einstellungen und Politikvorstellungen in die gesellschaftliche Mitte zu unterstellen – denen ist es schlicht um anderes, n&#228;mlich den gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Einfluss auf die Gestaltung der Bedingungen gesellschaftlicher und individueller Wertsch&#246;pfung zu tun. Es handelt sich bei ersteren um &#246;konomische Eliten, die letztere mit Hilfe einer Mixtur aus Verunsicherung (Status&#228;ngste) und Privilegierung (Wohlstandschauvinismus) flexibel und vor allem anti-partizipatorisch regieren. Die durch die Globalisierung ausgel&#246;ste Liberalisierung und Verflechtung der M&#228;rkte entwickelt ein solches Tempo, dass demokratische Gesellschaften mit ihrem Prinzip von Partizipation, Transparenz und Kontrolle nicht mehr Schritt halten k&#246;nnen. Demokratie ger&#228;t zunehmend in den Ruch eines Standortnachteils: „Der materielle Verlust […] erscheint nicht mehrheitsf&#228;hig, wohl aber der Demokratieabbau bei Wohlstandserhaltung f&#252;r deutungs- und mobilisierungsf&#228;hige Milieus“ (Heitmeyer 1997: 634).</p>
<p>Nat&#252;rlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die „‚Mitte’ [&#8230;] nicht automatisch gut“ ist (Buck/Kausch/Rodatz 2007: 14) und sich latent rechtsextreme Einstellungen gr&#246;&#223;eren Ausma&#223;es in allen gesellschaftlichen Schichten nachweisen lassen (vgl. Br&#228;hler/Decker: 165). Hier scheint der rechte (oder besser: konservative) Konsens zwischen Staat und Bev&#246;lkerung wieder auf, der jenen in diesem Buch behandelten Oppositionellen der DDR als f&#252;r beide deutsche Staaten gleicherma&#223;en typisch und unbedingt zu &#252;berwinden galt. Wer sich diesem brennenden Problem unserer gegenw&#228;rtigen Gesellschaft ernsthaft stellen will, ist also gut beraten, sich auf der Suche nach tragf&#228;higen L&#246;sungen auch der Geschichte der DDR zu widmen.</p>
<p>Auszug aus:</p>
<p>R&#246;hrborn, Gert: Dissidenten als geistige Schrittmacher. Transformatorische Politik hinter der Mauer, Saarbr&#252;cken 2008, S.18f. Erh&#228;ltlich <a target="_blank" title="Angebot Geistige Schrittmacher" href="http://www.amazon.de/Dissidenten-als-geistige-Schrittmacher-Transformatorische/dp/3639008995">hier</a>.</p>
<p>Referenzen:</p>
<p>Berking, Helmuth (2006): Raumtheoretische Paradoxien im Globalisierungsdiskurs, in: Ders. (Hg.): Die Macht des Lokalen in einer Welt ohne Grenzen, Frankfurt am Main/New York: 7-22.</p>
<p>Br&#228;hler, Elmar/ Decker, Oliver (2006): Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland. Unter Mitarbeit von Norman Gei&#223;ler, hrsg. v. der Friedrich-Ebert-Stiftung/Forum Berlin, Berlin.</p>
<p>Buck, Elena/Kausch, Stefan/Rodatz, Mathias (2007): Ordnungen des Rechtsextremismus. Von neuen Kleidern der Rechten zum „Extremismus der Mitte“. Programmatische &#220;berlegungen zur Entwicklung einer kritischen Gesellschafts- und Forschungsperspektive, in: Diffusionen. Der Kleine Grenzverkehr zwischen Neuer Rechter, Mitte und Extremen (Reihe Wehnerwerk Bd. 1), Dresden: 6-20.</p>
<p>Dubiel, Helmut (1997): Unvers&#246;hnlichkeit und Demokratie, in: Heitmeyer, Wilhelm (Hg.): Was h&#228;lt die Gesellschaft zusammen? Bundesrepublik Deutschland: Auf dem Weg von der Konsens- zur Konfliktgesellschaft, Bd. 2, Frankfurt am Main: 425-444.</p>
<p>Hassemer, Winfried (2008): „Das Grundgesetz ist dazu da, in Aktion zu treten&#8221;, Interview in der S&#252;ddeutschen Zeitung vom 11. Juni 2008, S. 6.</p>
<p>Heitmeyer, Wilhelm (1997) : Gesellschaftliche Integration, Anomie und ethnisch-kulturelle Konflikte, in: Ders. (Hg.): Was treibt die Gesellschaft auseinander? Bundesrepublik Deutschland: Auf dem Weg von der Konsens- zur Konfliktgesellschaft, Bd. 1, Frankfurt am Main, 629-653.</p>
<p>M&#252;ller, Jan-Werner (2007): Constitutional patriotism, Princeton/Oxford.  Schleime, Cornelia (2008): Weit fort, Hamburg.</p>
<p>St&#246;ss, Richard (2007): Rechtsextremismus im Wandel, 2., aktualisierte Auflage, hrsg. v. Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/dissidentisches" rel="tag">Dissidentisches</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/publikationen" rel="tag">Publikationen</a>]]></content:encoded>
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		<title>Overcoming Opposition</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 20:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category>
	<category>Publikationen</category>
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		<description><![CDATA[How cultural projects can help to create an alternative life-world
Any kind of civic engagement – be it in democratic or non-democratic countries – primarily deals with questions and problems of political culture. Politics, and the role authorities play in it, dominates the picture in authoritarian systems, of course; nevertheless activists should never forget that it [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>How cultural projects can help to create an alternative life-world</p>
<p>Any kind of civic engagement – be it in democratic or non-democratic countries – primarily deals with questions and problems of political culture. Politics, and the role authorities play in it, dominates the picture in authoritarian systems, of course; nevertheless activists should never forget that it is (usually) society which develops a certain type of government.<a id="more-41"></a></p>
<p>It is important to understand that freedom can have very different meanings for people. Activists are political animals who want to reach freedom by politics. People who belong to the mainstream of a society more or less try to reach freedom from politics in order to live their life. Therefore activist should rather focus on changing social procedures and communication than try to enter the realm of the political. They cannot win in open battle anyway.</p>
<p>Culture, in contrast to political opposition, can already create in an nutshell the more civilized practice and sophisticated forms of human exchange it envisages for the future of society as a whole. In politics you may lose a battle, but you certainly have to win the war; in culture you may even lose the war and still decisively reshape the social environment, which will some time later bring about the change you are craving for so much. For people in marginal regions of Europe - like <a target="_blank" title="Mobility as a Two-Way Road" href="http://panorama.citizens-of-europe.eu/?p=171">Serbia</a> and Kosova or <a target="_blank" title="Belaplus 2008" href="http://panorama.citizens-of-europe.eu/?p=113">Belarus</a>, with whom I have recently worked with - it is therefore important reap the fruits of cultural exchange in order to facilitate the development of civil society. See the full article on <a target="_blank" title="Overcoming Opposition" href="http://www.point-e.com/show/168">point.e</a>.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/english" rel="tag">English</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/publikationen" rel="tag">Publikationen</a>]]></content:encoded>
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		<title>Permanent crisis?</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jun 2008 23:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[The Irish referendum has thrown European Integration into yet another crisis. Is it a new one? I do not think so. The long lasting process of giving the European Union a constitutional basis has been flawed by a misconceptualized and obsolete idea of implemenation. Yet the current situation opens up a chance for citizens to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The Irish referendum has thrown European Integration into yet another crisis. Is it a new one? I do not think so. The long lasting process of giving the European Union a constitutional basis has been flawed by a misconceptualized and obsolete idea of implemenation. Yet the current situation opens up a chance for citizens to appropriate our European reality by democratic means. Please do not let it slip away easily: see the <a title="They, the people?" target="_blank" href="http://panorama.citizens-of-europe.eu/?p=102">resolution</a> by Citizens of Europe.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/english" rel="tag">English</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>]]></content:encoded>
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		<title>Travelling towards active European Citizenship</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2008/04/14/travelling-towards-active-european-citizenship/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 16:33:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category>
	<category>Publikationen</category>
	<category>English</category><category>citizenship</category><category>education</category><category>English</category><category>Europäisches</category><category>Europe</category><category>Publikationen</category><category>self representation</category>
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		<description><![CDATA[What is the &#8220;surplus&#8221; of the European Union for its citizens? How to make social and personal use of the incredible diversity that is to be found in Europe? What role shall politics play on the supranational level? Is it really a catastrophe to enter an era and area of post-political Europe? If you are [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>What is the &#8220;surplus&#8221; of the European Union for its citizens? How to make social and personal use of the incredible diversity that is to be found in Europe? What role shall politics play on the supranational level? Is it really a catastrophe to enter an era and area of post-political Europe? If you are interested in this train of thought, see my recent article on <a target="_blank" href="http://www.point-e.com/show/144">point-e</a>.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/citizenship" rel="tag">citizenship</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/education" rel="tag">education</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/english" rel="tag">English</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europe" rel="tag">Europe</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/publikationen" rel="tag">Publikationen</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/self-representation" rel="tag">self representation</a>]]></content:encoded>
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		<title>Kurz notiert. Sch&#228;uble dreht sein Rad.</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2008/01/22/kurz-notiert-schaeuble-dreht-sein-rad/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2008 23:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Deutschlandlied</category><category>Allgemeines</category><category>Deutschlandlied</category>
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		<description><![CDATA[Deutschlands Kabarettisten werden wohl demn&#228;chst arbeitslos. Unsere Politiker liefern neuerdings zu ihrer Politik den schwarzen Humor gleich mit.
Bundesverunsicherungsminister „Dr. Seltsam“ Wolfgang Sch&#228;uble hat in einem Interview f&#252;r die Welt am Sonntag dem Pr&#228;sidenten des Bundesverfassungsgerichtes Hans-J&#252;rgen Papier vorgeworfen, seine Kompetenzen zu &#252;berschreiten. Grund der ministerialen Unmut: „Verfassungsrichter seien f&#252;r Ratschl&#228;ge nicht demokratisch legitimiert, sagte Sch&#228;uble [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands Kabarettisten werden wohl demn&#228;chst arbeitslos. Unsere Politiker liefern neuerdings zu ihrer Politik den schwarzen Humor gleich mit.</p>
<p>Bundesverunsicherungsminister „Dr. Seltsam“ Wolfgang Sch&#228;uble hat in einem Interview f&#252;r die Welt am Sonntag dem Pr&#228;sidenten des Bundesverfassungsgerichtes Hans-J&#252;rgen Papier vorgeworfen, seine Kompetenzen zu &#252;berschreiten. Grund der ministerialen Unmut: „Verfassungsrichter seien f&#252;r Ratschl&#228;ge nicht demokratisch legitimiert, sagte Sch&#228;uble der «Welt am Sonntag». Papier hatte in einem Interview Sch&#228;ubles Bestrebungen eine Absage erteilt, den Abschuss eines entf&#252;hrten Passagierflugzeugs per Grundgesetz&#228;nderung zu erm&#246;glichen“ (<a target="_blank" title="Welt Online" href="http://newsticker.welt.de/index.php?channel=new&#038;module=dpa&#038;id=16688052">dpa/Welt am Sonntag</a>). Dies geschah wohl gemerkt nach einer bereits erfolgten h&#246;chstrichterlichen Absage an ebensolche Pl&#228;ne. Sch&#228;uble scheint ganz nach dem Motto zu verfahren: „Das Grundgesetz bin ich.“</p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana"><a id="more-38"></a>                </span></p>
<p>Was an Sch&#228;ubles in immer k&#252;rzeren Abst&#228;nden erfolgenden Attacken ersch&#252;ttert ist nicht etwa ihr offensichtlich abstruser Inhalt. Nat&#252;rlich ist Herr Papier in einer liberalen Demokratie zu „Ratschl&#228;gen“ jeder Art legitimiert, genauso wie auch Frau Demirovic aus dem Nachbarhaus. Alle B&#252;rgerinnen und B&#252;rger sind in unserem politischen System sogar ausdr&#252;cklich dazu angehalten, sich eine Meinung zu diesem wie auch anderen wichtigen Themen zu bilden, bei Wahlen entsprechend ihrer Einstellungen abzustimmen und auch sonst politisch Einfluss auszu&#252;ben, wo Ihnen das ernstlich geboten erscheint.</p>
<p>Beunruhigend finde ich eher, dass wir wohl in einem Land leben, in dem die zu Recht der Verfassungsfeindlichkeit verd&#228;chtige NPD die Grundrechte der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger besser zu kennen scheint als der Innenminister, der letztere gerade verteidigen soll. Und dass das offenbar keinen mehr richtig interessiert! In Pakistan gehen die Juristen gegen den notorischen Verfassungsbrecher Musharraf auf die Stra&#223;e und werden daf&#252;r international als Helden gefeiert. In Deutschland schie&#223;t anstelle von Al-Qaida der Innenminister das Grundgesetz sturmreif, aber mehr als trendy „Stasi 2.0“-Aufkleber auf  Szenelokal-Toiletten gibt es in diesem politisch verwahrlosten Land offenbar nicht mehr zu sehen. Liebe Genossen in der Bundes-SPD, wenn Euch „Ratschl&#228;ge“ von der Basis noch nicht demokratisch illegitim erscheinen, dann h&#246;rt mal her: Lasst den roten Wolfgang (Clement) einfach weiter schwadronieren, und setzt daf&#252;r den schwarzen Wolfgang (Sch&#228;uble) vor die T&#252;r!</p>
<p>Damit wir nicht enden wie Karl Krauss, dem zu Herrn Hitler nichts mehr einfiel, sei zum Abschluss noch ein historischer Fingerzeig an alle erlaubt: Wie w&#228;re es denn, das altehrw&#252;rdige und effektive „<a target="_blank" title="Ceterum censeo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ceterum_censeo_Carthaginem_esse_delendam">Ceterum censeo</a>“ von Cato dem &#196;lteren am Ende jeder &#246;ffentlichen Rede wieder aufzunehmen? Nat&#252;rlich in abgewandelter Form: „Im &#220;brigen bin ich der Meinung, dass Wolfgang Sch&#228;uble sofort als Innenminister entlassen werden muss.“
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/deutschlandlied" rel="tag">Deutschlandlied</a>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kunst und Politik. Ein Sommer irgendwo zwischen Sachsen und Polen</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2007/11/30/kunst-und-politik-ein-sommer-irgendwo-zwischen-sachsen-und-polen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 18:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category>
	<category>Reisezeit</category>
	<category>English</category><category>Allgemeines</category><category>English</category><category>Europäisches</category><category>Reisezeit</category>
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		<description><![CDATA[Kunst und Politik? „Ein weites Feld!“, ist der in der deutschen Literatur bewanderte Kommentator schnell geneigt festzustellen. Die beiden geh&#246;ren nicht zueinander, sto&#223;en dennoch immer wieder zusammen, benutzen oder behindern sich mitunter sogar. Also bleibt jeder lieber sch&#246;n f&#252;r sich, so wie es schon die Altvordern forderten, ganz besonders in Deutschland. Und doch bedienen sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><font size="3" face="Times New Roman"><span style="font-size: 12pt" /></font><font size="3" face="Times New Roman"><span style="font-size: 12pt" /></font>Kunst und Politik? „Ein weites Feld!“, ist der in der deutschen Literatur bewanderte Kommentator schnell geneigt festzustellen. Die beiden geh&#246;ren nicht zueinander, sto&#223;en dennoch immer wieder zusammen, benutzen oder behindern sich mitunter sogar. Also bleibt jeder lieber sch&#246;n f&#252;r sich, so wie es schon die Altvordern forderten, ganz besonders in Deutschland. Und doch bedienen sie sich zweier grundlegender menschlicher Eigenschaften: Kunstfertigkeit und Kreativit&#228;t. Auf die gleiche Weise, wie jahrtausendelang &#252;ber die Kunst des Liebens oder der Kriegsf&#252;hrung nachgedacht und geschrieben wurde, ist das Lebenswerk gro&#223;er Politiker, gerade in seiner Widerspr&#252;chlichkeit, ohne eine geh&#246;rige Portion Mut zur Kreativit&#228;t und Unkonventionalit&#228;t nicht zu erkl&#228;ren. Wenn diese Annahme einer inneren Verbundenheit nicht g&#228;nzlich abwegig ist, kann die Spurensuche in den gesellschaftlichen R&#228;umen ihres Zusammentreffens Interessantes zutage f&#246;rdern.</p>
<p>Reisebericht Teil I finden Sie <a title="Atelier Ulf G&#246;pfert, Dresden" target="_blank" href="http://overcomings.blogspot.com/search/label/Artists%27%20Portait">hier</a> (English version).<br />
Reisebericht Teil II in Liberal Heft 49 (2007), Heft 4, 67-70.<br />
Bericht aus <a title="Donauwellen und Mauerspr&#252;nge" target="_blank" href="http://www.hait.tu-dresden.de/eu2/b03_1.pdf">Budapest</a> / <a title="Budapest English" target="_blank" href="http://www.hait.tu-dresden.de/eu2/b03_2.pdf">English Version</a>.<br />
Bericht aus <a title="K&#252;nstler-Kirche-Kommunisten" target="_blank" href="http://www.hait.tu-dresden.de/eu2/b13_1.pdf">Krakau</a>.<br />
<em />Bericht aus <a target="_blank" href="http://www.hait.tu-dresden.de/eu2/b04_1.pdf">Bukarest</a> / <a target="_blank" href="http://www.hait.tu-dresden.de/eu2/b04_2.pdf">English Version</a>.</p>
<p class="MsoNormal"><em><font size="2" face="Arial"><span style="font-size: 10pt; font-family: Arial" /></font></em></p>
<p><img alt="vilnius.jpg" id="image36" src="http://www.gert.roehrborn.info/wp-content/uploads/2007/11/vilnius.thumbnail.jpg" />    <img alt="budapestiii.jpg" id="image34" src="http://www.gert.roehrborn.info/wp-content/uploads/2007/11/budapestiii.thumbnail.jpg" /><br />
<font size="3" face="Times New Roman"><font size="3" face="Times New Roman"><span style="font-size: 12pt" /></font></font></p>
<p>Links: <em>Vergangenes Europa</em>? Mahnmal f&#252;r die Opfer der sowjetischen Okkupation in Vilnius.<br />
Rechts: <em>Das zuk&#252;nftige Europa</em>! Zu Gast in einer Budapester Englischklasse.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/english" rel="tag">English</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/reisezeit" rel="tag">Reisezeit</a>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Europa in seinem Lauf III/III - Wer den Souver&#228;n sucht, muss hinabsteigen und nach oben blicken.</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2007/08/23/europa-in-seinem-lauf-iiiiii-wer-den-souveraen-sucht-muss-hinabsteigen-und-nach-oben-blicken/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 20:53:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category><category>Allgemeines</category><category>Europäisches</category>
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		<description><![CDATA[&#220;berlegungen zu Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08.2007, S. 8, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.
Nat&#252;rlich sind Landfrieds Ideen zur institutionellen Organisation von Subsidiarit&#228;t ebenso wichtig wie ihr vehementes Pl&#228;doyer f&#252;r eine Parlamentarisierung des europ&#228;ischen Institutionensystems. Doch wird, wer das Individuum als Staatsb&#252;rger nur als Legitimationsst&#252;tze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;berlegungen zu <em>Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08.2007, S. 8</em>, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.</p>
<p>Nat&#252;rlich sind Landfrieds Ideen zur institutionellen Organisation von <a href="http://www.gert.roehrborn.info/2007/08/23/europa-in-seinem-lauf-iiiii-wer-den-souveraen-sucht-muss-hinabsteigen/">Subsidiarit&#228;t</a> ebenso wichtig wie ihr vehementes Pl&#228;doyer f&#252;r eine Parlamentarisierung des europ&#228;ischen Institutionensystems. Doch wird, wer das Individuum als Staatsb&#252;rger <em>nur</em> als Legitimationsst&#252;tze f&#252;r ein h&#246;heres Ziel in Dienst nimmt, das Individuum als B&#252;rger nicht finden. Zwischen dem Handeln eines Staatsb&#252;rgers und dem eines B&#252;rgers liegt ein himmelweiter Unterschied – ein vergleichsweise so breiter, wie er sich zwischen Verfassungspatrioten und Menschen mit „Zivilcourage“ auftut. Letztere fehlt in den Extremsituationen des Alltags best&#228;ndig. Problematisch ist nicht der Parlamentarismus an sich, sondern seine Verallgemeinerung.</p>
<p><a id="more-17"></a>Notwendig ist es daher, Grenzen zu bestimmen und Ebenen zu unterscheiden. Parlamente sollen leisten, was sie historisch als ihren komparativen Vorteil unter Beweis gestellt haben: eine relativ effiziente Entscheidungsfindung bei h&#246;chstm&#246;glicher Transparenz und Verfahrenskontrolle. Parlamente sind f&#252;r den B&#252;rger da.</p>
<p>Der B&#252;rger ist nicht f&#252;r die Parlamente da, sondern nur f&#252;r sich selber. Er ist ein Individuum, das sich selber vertritt, weil es sich von anderen Individuen in Angelegenheiten betroffen f&#252;hlt, die es zu den allgemeinen Interessen rechnet. Es fordert daher entsprechende Informationen zu Kontrollm&#246;glichkeiten und Handlungsoptionen. Dass es ab einer bestimmten Komplexit&#228;tsstufe die Bearbeitung dieser Angelegenheiten delegiert, ist ein Mittel gesteigerter Effizienz und Effektivit&#228;t, kein Selbstzweck.</p>
<p>Als B&#252;rger in Europa erschaffen kann sich jedes Individuum nur selber: Gerade indem es sich gegen&#252;ber den „europ&#228;ischen“ Zuschreibungen und Vereinnahmungen administrativ und &#246;konomisch instrumentalisierter Identit&#228;tsbausteine, Interessen und Ideologie zu dem einzigen bekennt, das es glaubhaft vertreten kann: der Integrit&#228;t der eigenen Person in einer zunehmend un&#252;bersichtlicher werdenden Welt. Aus dem Respekt f&#252;r Andere, die unter welchen Bedingungen auch immer denselben Schritt wagen, kann bewusste Solidarit&#228;t entstehen. Als B&#252;rger Europas ist ein Individuum in erster Linie nicht Intellektueller oder vorwiegend unter der Intelligenz zu suchen. Der B&#252;rger Europas ist Dissident.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Europa in seinem Lauf II/III - Wer den Souver&#228;n sucht, muss hinabsteigen&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 20:47:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category><category>Allgemeines</category><category>Europäisches</category>
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		<description><![CDATA[&#220;berlegungen zu Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08.2007, S. 8, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.
Die Kritik an Christine Landfrieds Position f&#228;llt aber nicht nur grunds&#228;tzlich aus, weil an ein fundamentales methodologisches Problem ger&#252;hrt werden soll. Vielmehr wird damit dem Prinzip gefolgt, dass an den Besten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;berlegungen zu <em>Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08.2007, S. 8</em>, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.</p>
<p>Die <a href="http://www.gert.roehrborn.info/2007/08/23/europa-in-seinem-lauf-iiii-wer-den-souveraen-sucht/">Kritik</a> an Christine Landfrieds Position f&#228;llt aber nicht nur grunds&#228;tzlich aus, weil an ein fundamentales methodologisches Problem ger&#252;hrt werden soll. Vielmehr wird damit dem Prinzip gefolgt, dass an den Besten auch die h&#228;rteste Kritik ge&#252;bt werden muss. Sie werden die nachhaltigsten Schl&#252;sse zum eigenen und schlie&#223;lich auch zum Wohle Aller daraus zu ziehen wissen. Neben Jan Zielonka und Georg Vobruba kann Christine Landfried sicherlich zu den kreativeren K&#246;pfen der Europawissenschaft gez&#228;hlt werden, die ausgetretene Pfade g&#228;ngiger Governance-Theorien zumindest partiell verl&#228;sst. In ihrer Monographie <em>Das politische Europa. Differenz als Potential der Europ&#228;ischen Union </em>(Baden-Baden, 2. Aufl. 2005) ist sie bem&#252;ht, die sich innerhalb der EU manifestierende strukturelle Differenz hinsichtlich Ideen und Interessen, Macht und Institutionen, Problemlagen und Wissen als Produktivkraft zu deuten:</p>
<p>„<em>Die Politisierung der Europ&#228;ischen Union m&#252;&#223;te dazu genutzt werden, die Nationalstaaten f&#252;r Differenz zu &#246;ffnen, damit die B&#252;rger und die politischen Eliten auf andere und anderes zusteuern k&#246;nnten.</em>“ (Ebd., S. 39).</p>
<p><a id="more-16"></a>Landfried setzt gegen&#252;ber den essentialistischen Annahmen europ&#228;ischer Identit&#228;t bewusst auf Prozesse kultureller Adaption und Innovation in den aus struktureller Differenz entstehenden Konflikten. Sie pl&#228;diert seit Jahren f&#252;r eine institutionelle Sicherung des Subsidiarit&#228;tsprinzips mittels einer Konferenz der Parlamente Europas („COPE“). Ihre Zielvorstellung bezeichnet sie als „polyphone Demokratie“. Der Mehrwert Europas liegt in einer gegen&#252;ber der notwendig begrenzten nationalen Ebene gewachsenen, zus&#228;tzlich verf&#252;gbaren Bearbeitungskapazit&#228;t. Landfried stimmt also mit der Analyse von Theoretikern der Moderne wie Zygmunt Bauman &#252;berein: der kategorische Imperativ der Liquidierung von Differenz bzw. Ambivalenz ist ein Grund&#252;bel unserer von exzessiver Gewalt gezeichneten Epoche.</p>
<p>Doch auch in Landfrieds qualitativem Modell politischer Steuerung sucht man die Individuen vergebens. Sie bleiben funktionalistisch aufgel&#246;st – wenn schon nicht als einfache Adressaten (oder gar Opfer) linearer staatlicher Steuerung, so doch als potentielle Selbstorganisierer und Teilhaber von Regelungsregimen. Die Betonung liegt hier auf potentiell: die individuellen Voraussetzungen des Zugangs zu „advocacy coalitions“ (Paul Sabatier/Hank Jenkins-Smith), „Politiknetzwerken“ (Fritz Scharpf) oder „epistemic communities“ (Tony Zito) sind enorm und eigentlich nur auf professioneller Grundlage zu erf&#252;llen. So finden sich die Individuen als B&#252;rger wiederum nur aufgehoben in einer fiktiven Kommunit&#228;t, in der sie als stumme Legitimatoren vereinnahmt, aber nie einvernommen werden.</p>
<p>Zwischen ihren Zeilen breitet sich Unbehagen aus. Der Fanfarenklang der Lobges&#228;nge eines goldenen europ&#228;ischen Zeitalters findet im sich ausbreitenden Politisierungsvakuum der nationaler Gemeinwesen immer weniger Widerhall. Dem sich standespolitisch konsolidierenden Kreis von bestallten europ&#228;ischen Experten, organisierten Interessenvertretern und kooptierten Aktivisten zivilgesellschaftlicher Assoziationen mit ihren stetig verfeinerten Regelungsregimen und ausgepr&#228;gtem Korpsgeist steht der Normalb&#252;rger nicht ohne Grund verst&#228;ndnis-los gegen&#252;ber.</p>
<p>Was die Bef&#252;rworter europ&#228;ischer Parlamentarisierung &#252;bersehen, ist die globale, wenn auch ungleichzeitig voranschreitende sozio&#246;konomische Entwicklung in Richtung massenmedial vermittelter Konsumgesellschaften: Da die traditionale Bindewirkung soziokultureller Milieus sich weitgehend aufgel&#246;st hat, entfaltet sich auch &#252;ber europ&#228;ische oder europ&#228;isierte Parteien in entsprechend legitimierten und erm&#228;chtigten (supra-)nationalen Parlamenten keine ausreichende Politisierungs- und Mobilisierungswirkung mehr. In der nach funktionalistischen Pr&#228;missen selbstregulierten Gesellschaft ist das Individuum entweder als Konsument weitgehend politisch apathisch, als Anbieter politischer Produkte selber unternehmend, oder drau&#223;en vor der T&#252;r.</p>
<p>Auch bei Landfried sehen sich Individuen, wo sie als B&#252;rger angesprochen werden, nur Forderungen an ihre Adresse gegen&#252;ber. Sie haben sich f&#252;r die europ&#228;ischen Themen zu interessieren, die ihnen in verst&#228;rktem Ma&#223;e von den Massenmedien zu pr&#228;sentieren sind. „Europraxis“ bedeutet dann nicht ein Bem&#252;hen um das Anwachsen pers&#246;nlicher europ&#228;ischer Erfahrungsr&#228;ume, sondern wird weitgehend strategisch organisiert: „<em>EU steht vor gro&#223;er Kommunikationsoffensive</em>“ (FAZ vom 14.08.2007, S. 19)! Wen verwundert es, dass da so mancher reflexartig Verteidigungsstellungen bezieht? Wer von Polyphonie spricht, sollte bedenken, dass gerade auch in der Politik der Ton die Musik macht.</p>
<p><img alt="springfreude.JPG" id="image30" src="http://www.gert.roehrborn.info/wp-content/uploads/2007/08/springfreude.JPG" /></p>
<p><em>Europa entspannt. Lebensfreude im Berliner Regierungsviertel (Foto: privat)</em>
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Europa in seinem Lauf I/III - Wer den Souver&#228;n sucht&#8230;</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2007/08/23/europa-in-seinem-lauf-iiii-wer-den-souveraen-sucht/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 20:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Europäisches</category><category>Allgemeines</category><category>Europäisches</category>
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		<description><![CDATA[&#220;berlegungen zu Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08., S. 8, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.
In Europa geht wieder einmal die Angst um. Vor einem geschichtsm&#228;chtigen Gespenst wie vor gut 150 Jahren? Nein, diesmal handelt es sich nur um eine Fiktion. Sie ist f&#252;r einige hauptberufliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;berlegungen zu <em>Christine Landfried: Unsouver&#228;n. Die EU f&#252;rchtet die Stimmen ihrer B&#252;rger, in: DIE ZEIT Nr. 32 vom 02.08., S. 8</em>, im Lichte fr&#252;herer Publikationen.</p>
<p>In Europa geht wieder einmal die Angst um. Vor einem geschichtsm&#228;chtigen Gespenst wie vor gut 150 Jahren? Nein, diesmal handelt es sich nur um eine Fiktion. Sie ist f&#252;r einige hauptberufliche Europ&#228;er in Br&#252;ssel oder Stra&#223;burg wohl ebenso Furcht einfl&#246;ssend, wie sie sich hartn&#228;ckig in europ&#228;isch verschalteten Wissenschaftlerhirnen h&#228;lt: die Rede ist vom europ&#228;ischen Souver&#228;n, oder genauer gesagt: dem europ&#228;ischen Wahlvolk. Es handelt sich dabei schon auf nationalstaatlicher Ebene lediglich um ein – allerdings staatsrechtlich unbestreitbar notwendiges – Legitimationskonstrukt, ein Abstraktum mythischer Anrufung. Jede essentialistische Vorstellung ger&#228;t dabei jedoch schnell zur Farce – oder glaubt tats&#228;chlich jemand, dass 400 Meter vom Berliner Hauptbahnhof entfernt das Volk regiert? Damit aber nicht genug: die Fixierung auf diese Fiktion droht zunehmend politisch gef&#228;hrlich, weil vergeblich zu werden.</p>
<p><img id="image29" alt="volkshaus.JPG" src="http://www.gert.roehrborn.info/wp-content/uploads/2007/08/volkshaus.JPG" /></p>
<p><em>Gedankenlose Werbung, Karikatur wider Willen, oder dreiste Publikumsverh&#246;hnung? (Foto: privat)</em></p>
<p><a id="more-15"></a>Christine Landfried geht es in ihrem Artikel zun&#228;chst um die Verteidigung des urdemokratischen Credos, wonach jeder Mensch dazu in der Lage und befugt ist, eine politische Konzeption wenn schon nicht selber aufzustellen, so doch zumindest zu beurteilen. Im komplexen System der Europ&#228;ischen Union habe eine Vielzahl von Akteuren auf unterschiedliche Weise an der Herrschaftsaus&#252;bung teil („Polykratie“), ohne dass die europ&#228;ischen V&#246;lker substantiell einbezogen w&#228;ren. Dennoch wird in den Vertr&#228;gen zur Europ&#228;ischen Union grundlegend auf sie Bezug genommen. Vor diesem Hintergrund gei&#223;elt Landfried in der europ&#228;ischen Verfassungsdebatte nach den gescheiterten Referenden von 2005 zu Recht den R&#252;ckfall in die traditionelle Geheimdiplomatie. Die elit&#228;re Angst vor den st&#246;rrischen B&#252;rgern, die nicht so recht nach der aufkl&#228;rerischen Pfeife tanzen wollten, sei v&#246;llig abwegig, die EU in politisch materieller und symbolischer Hinsicht von der &#252;berwiegenden Mehrheit l&#228;ngst nicht nur akzeptiert, sondern durchaus auch mehr als nur ein wenig geliebt. Ein europaweites Referendum mit doppelter Mehrheit sei deshalb m&#246;glich, richtig und wichtig, denn:</p>
<p>„<em>Die europ&#228;ische Politik muss im Willen der B&#252;rger begr&#252;ndet sei</em><em>n.</em>“ (Ebd., S.8)</p>
<p>Was hier logisch begr&#252;ndet ist, beruht aber im Grunde auf einer (Selbst-?)T&#228;uschung: Ein europaweites Referendum w&#228;re ein historisches Element der europ&#228;ischen Nationenbildung, denn es k&#246;nnte als Gegenst&#252;ck oder Schlussstein einer konstituierenden Versammlung betrachtet werden. Hier m&#252;ssten sich alle teilnehmenden Personen dem Abstimmungsergebnis widerstandslos f&#252;gen – allerdings ohne vorher die Chance zu haben, das Verfahren an sich in Frage zu stellen. Im Nachhinein k&#246;nnten dann auch jene W&#228;hler, die konkrete Verfassungsentw&#252;rfe – welchen Namens auch immer - ablehnen, qua Teilnahme pauschal zu den Bef&#252;rworter weitergehender Integrationsbem&#252;hungen gerechnet werden, denn eine spezifische Analyse ihrer Beweggr&#252;nde offenbart sich in einem Referendum naturgem&#228;&#223; nicht.</p>
<p>Von einem solch tief greifenden Konsens kann in Europa aber derzeit gerade nicht die Rede sein. Der Eindruck dr&#228;ngt sich auf, dass hier von wohlmeinenden und aufgekl&#228;rten Zeitgenossen mit einem Referendum dem wieder einmal etwas unwilligen europ&#228;ischen Integrationsprozess endg&#252;ltig auf die Spr&#252;nge geholfen werden soll: erst werden Fakten geschaffen, sp&#228;ter beruft man sich dann auf dieselben als Legitimations­grundlage. Entscheidend ist dann nicht das Ergebnis, sondern die Tatsache des Referendums an sich - ein im Europarecht keinesfalls unbekanntes Ph&#228;nomen, was auch die ungebrochene Faszination und den gewachsenen Einfluss der Rechts­wissenschaft in der so genannten Europawissenschaft ein wenig verst&#228;ndlicher macht.</p>
<p>Was Landfried unterschl&#228;gt, sind die Risiken eines solchen Unterfangens: Eine st&#246;rrisch-steife Brise aus den bekannten intransigenten Provinzen vorausgesetzt, k&#246;nnten sich zwei historisch hinreichend bekannte L&#246;sungen in neuem europ&#228;ischem Gewand ergeben: entweder ein Kerneuropa als kleineurop&#228;ische L&#246;sung von oben – allerdings heutzutage, ganz im Zeichen des europ&#228;ischen Fortschritts, ohne Sedan; oder die tats&#228;chliche Erkl&#228;rung eines revolution&#228;ren europ&#228;ischen Subjekts, das aktiv eine weitreichende demokratische Vereinigung fordert. Den meisten Zeitgenossen d&#252;rfte auch ohne Kenntnis der sp&#228;ten Schriften von Herbert Marcuse die Unwahrscheinlichkeit der zweiten Variante kein Geheimnis sein, und den allermeisten ist das sicherlich auch ganz recht.
</p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/europ%C3%A4isches" rel="tag">Europ&#228;isches</a>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Entlang der Zeitachse III/III - Zukunft</title>
		<link>http://www.gert.roehrborn.info/2007/08/16/entlang-der-zeitachse-iiiiii-zukunft/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Aug 2007 19:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gert Röhrborn</dc:creator>
		
	<category>Allgemeines</category>
	<category>Aktivitäten</category><category>Aktivitäten</category><category>Allgemein</category><category>Allgemeines</category>
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		<description><![CDATA[&#8230;verantwortlich eine Zukunft schaffen. Ich bin seit beinahe einem Jahrzehnt politisch t&#228;tig. Nach Stationen als hochschulpolitischer Referent und Redakteur in Leipzig und Berlin habe ich als Mitglied des transnationalen Netzwerks Citizens of Europe endlich eine Heimat gefunden. Hier darf ich sein: als Mitglied des Vorstandes, Projektbetreuer, Moderator, B&#252;rger und Mensch. Hier kann ich in Europa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: Verdana">&#8230;verantwortlich eine Zukunft schaffen.</span></em><span style="font-family: Verdana"> Ich bin seit beinahe einem Jahrzehnt politisch t&#228;tig. Nach Stationen als hochschulpolitischer Referent und Redakteur in <a title="JHG Leipzig" target="_blank" href="http://www.jhg-sachsen.de/category/vorstand-leipzig/">Leipzig</a> und <a title="UL Berlin" target="_blank" href="http://www.linkeliste.de/unabhaengige-linke-fu-berlin/Pub/razzias/razzia9/razzia9.htm">Berlin</a> habe ich als Mitglied des transnationalen Netzwerks <a target="_blank" title="Citizens" href="http://www.citizens-of-europe.eu"><em>Citizens of Europe</em></a> endlich eine Heimat gefunden. Hier darf ich sein: als Mitglied des Vorstandes, Projektbetreuer, Moderator, B&#252;rger und Mensch. Hier kann ich in Europa machen, wonach mir der Sinn steht, ohne Europa noch machen zu m&#252;ssen. Das Sch&#246;nste dabei: ich muss meine politische Herkunft nicht verleugnen: die <a title="Jusos Sachsen AK Europa" target="_blank" href="http://www.jusos-sachsen.de/ak-europa.php">Sozialdemokratie</a>.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: Verdana"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: Verdana">Treffen Sie mich:</span></em></p>
<p>05.10.-07.10.2007<br />
<a target="_blank" title="Citizens Weekend Budapest" href="http://www.citizens-of-europe.eu/projects/07_cw_budapest/index.html"><em>Citizens’ Weekend</em></a> in Budapest<br />
25.-27.01.2008<br />
OpenForum <a title="OpenForum Berlin" target="_blank" href="http://citizens-of-europe.eu/projects/08_of_berlin/index.html"><em>Expanding Citizenship in an Age of Migration?</em> </a>in Berlin<br />
23.02.2007, ab 15:00<br />
Citizens of Europe, <em>Tag der offenen B&#252;rot&#252;r</em> in Berlin<br />
14.03.-16.03.2008<br />
OpenForum <a title="OpenForum Vilnius" target="_blank" href="http://citizens-of-europe.eu/projects/08_of_vilnius/index.html"><em>Promoting Citizenship by Education</em>?</a> in Vilnius</p>
<p class="MsoNormal"><span lang="EN-GB" style="font-family: Verdana"> </span></p>
<a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/aktivit%C3%A4ten" rel="tag">Aktivit&#228;ten</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemein" rel="tag">Allgemein</a>, <a href="http://www.gert.roehrborn.info/tag/allgemeines" rel="tag">Allgemeines</a>]]></content:encoded>
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		</item>
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